Besuch Primary School Lalakirr im Eindrücke Jahre 2001 In einer Primary School habe ich, Petra, die Erfahrung gemacht, dass 2 verschiedene Klassenstufen gleichzeitig von einer Lehrerin unterrichtet wurden. Ich fand es bewundernswert wie diszipliniert die Schüler dort waren. An einem späten Nachmittag waren wir auf dem Weg zum Wasserbohrloch, und passierten die Primary School in Lalakirr. Wir hörten auf einmal leises Gemurmel aus dem Schulgebäude und blieben stehen. Kenny schaute mich an und fragte mich: „Warum befinden sich am späten Nachmittag Personen im Schulhaus?“ und „ Ist Lydia, die Lehrerin auch dort?“ Alles war sehr komisch für uns, wir entschlossen kurzer Hand nachzusehen. Neugierig schauten wir durch die Tür in das Schulzimmer und es wurde prompt still! Der Schulraum war gefüllt mit Schulkindern, auch stand ein Lehrer an der Tafel, der zu uns zur Tür schaute. Er erkannte Kenny und mich sofort und bat uns einzutreten. Einige Kinder aus unserer Familie winkten uns vorsichtig zu und freuten sich. Natürlich kannten wir diesen jungen Mann, es was doch Kennet, ein Verwandter von uns. War er etwa schon fertig mit seiner Lehrer Ausbildung? - “Kennet hatte doch noch studiert, oder?”-
War es Strategie meines Mannes, um vom Lehrer Kennet nähere Auskünfte zum Schulgeschehen zu erhalten? Die Schulkinder schlugen eifrig ihre Hefte auf und Kennet, der Lehrer sagte ihnen, dass er in ein paar Minuten zurückkehren werde, um die Hefte mit den Übungen einzusammeln. Als wir mit Kennet auf dem Schulhof waren, erzählte er uns die Gründe, dass er nun unterrichte, da Lydia vor einigen Monaten in den Schwangerschaftsurlaub ging. Es gab dann keinen Lehrer, der hier in Lalakirr unterrichten wollte. Und da er gerade sein Referendar machen müsste, entschied er sich dieses hier zu machen. Was wohl nahe liegend ist. Wir waren über die Lage des Schulunterrichtes teilweise sehr erfreut, aber auch teilweise unglücklich! Kennet erzählte uns ausführlich über die jetzige Bildungspolitik in Kenia. U.a. das ehemalige Lehrer von anderen Stämmen, die in Maasailand als Privatlehrer über Jahre arbeiteten, nun Anstellungen in ihrer Heimat bekommen, da auch dort die Nachfrage nach Lehrern groß ist. Er, als Lehrer und auch die Eltern der Schulkinder möchten, dass alle Kinder in Lalakirr zur Schule gehen können, es wird ja auch politisch so vorgesehen. Um zumindest den Bedarf an Unterricht mit einem Lehrer und einem Schulraum abzudecken, bleibt ihm nicht anderes übrig, als morgens und nachmittags zu unterrichten. Auch wird der Sonntag als Schultag miteinbezogen. Es kommen auch immer mehr Eltern und wollen, dass ihre Kinder die Schule in Lalakirr besuchen sollen. Kenny und ich waren sehr bedrückt über diese Nachricht und fragten uns, wie soll es zukünftig weitergehen? Vorgeschichte Primary School Lalakirr: Die Primary School in Lalakirr wurde vor ein paar Jahren von ortsansässigen Maasai zum Löwenanteil selbst finanziert. Auch die Lehrerin Lydia wurde zum größten Teil aus Privatgeldern bezahlt. D.h. vor Jahren konnten Maasaikinder zur Schule gehen, deren Eltern es finanziell besser ging. Und es gab schon damals große Schwierigkeiten, die Schule Aufrecht zu erhalten. Was ist aber mit den Kindern, deren Eltern es nicht so gut geht, deren Eltern Analphabeten sind und nur über ein paar Rindern verfügen, diese gerade zu Überlebungszwecke dienen. Rinder verkaufen und in die Dörfer ziehen? Lalakirr ist eben ein Ort wo es keine Infrastruktur gibt und sehr schlechte Anbindungen zu größeren Dörfern hat. Lalakirr ist ein Ort, wo die Maasai noch Viehhirten sind und fest an ihrer Kultur festhalten möchten. Was sollen die Eltern dann machen? Eine Vorstellung die man sich individuell ausmalen könnte. Im Jahre 2002 gewann die "National Rainbow Coalition" (NARC), ein Zusammenschluss der bisherigen Oppositionsparteien , die Wahlen und Mwai Kibaki wird zum Staatspräsidenten in Kenia gewählt. Die neue Regierung hatte ein wichtiges Wahlversprechen eingelöst, nämlich die Gebührenbefreiung für die Grundschulausbildung (Primary School). Leider wurde der starke Ansturm auf die öffentlichen Bildungseinrichtungen, der mit dieser Maßnahme einherging und mit den bereitgestellten Mitteln nicht bewältigt werden kann, nicht vorhergesehen. Petra Lekatoo | |||||||||